Céline Lachkar

In Céline Lachkars Arbeiten kann man den eigenen inneren, leuchtenden Vibrationen lauschen.

Céline Lachkar wurde 1977 im französischen Nizza geboren. Als diplomierte Abgängerin der Pariser National Art School und der Angoulême Higher Visual Arts School, lebt und arbeitet sie in Mulhouse. Ihr Ausbildung war vielfältig: Malerei, Keramik, Holzschnitt, Fotografie, Video, Sound, Bronze-Guss, Buntglaserei, Steinschnitt, Beleuchtung, Textilmalerei, Stickerei und vieles mehr. Ihre wahre Leidenschaft und Basis für ihre Arbeit blieb jedoch stets die Malerei.

Ihre multiformalen Arbeiten entfalten sich wie ein Hallraum. Ein vielschichtiges Märchen, in welchem der Betrachter als Miniaturenmaler agiert, dessen Vorgehensweise gezeichnet ist von einer kurzen Aufmerksamkeitsspanne, einem Interesse für jedes Symbol und multiplen Lesarten. In verschiedenen Winkeln, die mit Fragmenten und Filigranarbeiten spielen, erzählt sie von zwei Visionen, die ihre Wahrnehmung der Welt prägen: die eine, oberflächlich und zerteilt, die charakteristisch ist für die moderne Welt, und die andere – die der Forscherin oder Schöpferin, die Tiefe und Zusammenhalt finden kann.

Der erste Blick, mechanisch und trocken, angetrieben von Quantität, Geschwindigkeit und spektakulären Reflektionen, kommt an der Oberfläche der Welt zum Halten. Wie mangelhaftes Bewässerungsland trocknet er aus und zerfällt. Dieser Status vorangeschrittener Mineralogie sucht nach Bewässerung und Neubelebung. In dieser Suche nach Wiederverzauberung der Welt, versucht Céline Lachkar Bilder zu kreieren, die uns vorbereiten  und beruhigen. Sie sucht nach singenden Oberflächen. Mit dem Anspruch einzelne Fragmente neu zu verbinden und Resonanzen zu finden können wir dem lauschen, das noch immer vibriert und im Dunkeln leuchtet – unsere innersten Schätze. Diese Achtsamkeit steht für eine Sorgfalt und eine Präzision, die es ermöglicht Oberflächen zu entfalten und tief in diese einzutauchen.

Freitag 2 Juni 2017
bis Sonntag 18 Juni 2017