Ute Beck

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Gleichzeitige Dynamik und Einheit von Form und Ornament sind die Eigenschaften, die Ute Becks originelle Keramikgefäße so beeindruckend machen. Beck nimmt sich die Freiheit, Skulpturen zu schaffen, die das Gefäß noch zitieren, aber durch ihre Körperlichkeit und Bildhaftigkeit vielfältige Assoziationen hervorrufen.

So erinnern die Dreifüßler, für die sie 2012 den baden-württembergischen Staatspreis erhielt, an urzeitliche Meeresbewohner, während sie mit ihren Sissi-Vasen ein populäres Thema jüngerer Kultur interpretiert. Ganz offenbar reizt die Keramikerin das Spiel mit Form- und Bild-Zitaten, die Zwiesprache zwischen einem schillernden Inneren und einem durch Porzellanengobe oder Metalloxiden verzierten matten Äußeren. Gebrauchsgefäße werden für sie zum Kultgegenstand, zum Schmuckstück, sind archaisch auf der einen und zeitgeistig auf der anderen Seite. Sie sind Ausdruck ihrer Position, sie inspirieren und irritieren. „Glanz und Glimmer“ nennt Ute Beck ihre neue Vasenserie. Kraftvoll von Hand aus Ton geformte Vasen werden mit teils glänzender, teils matter Glasur aus Eisenoxiden, Kupfer und Platin überzogen. Die Oberflächen zeigen Noppen, Falten und kraterähnliche Einbuchtungen. Durch die metallische Glasur irritieren sie den Betrachter - zum Teil meint er, Vasen aus gehämmertem Metall vor sich zu haben. Spannend wird es auch, wenn man mehrere dieser organisch-pflanzlichen Objekte nebeneinander sieht. Wie in einer Versuchsreihe führt uns Ute Beck vor, was für eine Formenvielfalt aus Ton möglich ist.