Radical Craft 2

Das Direktorenhaus mit seinen Ausstellungsräumen und Werkstätten gilt als Transitzone für Kunsthandwerker, Designer und Manufakturen. Hier wird „Craftmanship“, das handwerkliche Können, weiter gedacht. Die Projekte des Direktorenhauses pendeln zwischen gestalterischen Experimenten, neuen Materialien, sozialen Zukunftsentwürfen und Designkunst.

 

Ist es nicht klasse, dass alles, was anfängt, auch wieder aufhört? Unsere Radical Craft-Ausstellung geht zu Ende, Radical Craft 2 kommt. Die neue Jahresausstellung 2020 des Direktorenhauses, „Radical Craft 2″, stellt 40 neue Gestalter und Kunsthandwerker vor, die zeigen, welche Bedeutung dem Kunsthandwerk heute in gesellschaftlichen Zukunftsentwürfen zukommt. In diesem Jahr schaut das Direktorenhaus besonders auf die Dialektik zwischen Gleichmacherei und dem Zelebrieren des Singulären. Im Zeitalter der Massenproduktion, das die eigentliche Vielfalt des Lebens extrem reduziert, wird im Gegenzug ja das Besondere, Hervorragende und Singuläre besonders gefeiert. Diese soziokulturell fabrizierte Einzigartigkeit birgt ebenso Gefahren für unsere Wahrnehmung wie die Einebnung von Vielfalt durch massenhafte Erzeugung. Entstanden ist so ein neues Klassendenken, dass sich nach einem alten Modell der Abgrenzung von einer abgehängten Unterschicht etabliert hat. Kunsthandwerk und Design dürfen dieses Bild nicht bedienen.

 

 

 

 

Heutiges Design muss zeigen, dass divergente Perspektiven möglich sind und ein Vergleichen zwischen Optionen (an Produkten, an Nutzungen) kein Ausgrenzen zwischen gut und schlecht, billig und teuer, bedeuten muss, sondern Ausdruck methodischer Nachdenklichkeit sein kann.

 

 

 

Die Ausstellung ist kuratiert von Pascal Johanssen.