Radical Craft

Das Direktorenhaus mit seinen Ausstellungsräumen und Werkstätten gilt als Transitzone für Kunsthandwerker, Designer und Manufakturen. Hier wird „Craftmanship“, das handwerkliche Können, weiter gedacht. Die Projekte des Direktorenhauses pendeln zwischen gestalterischen Experimenten, neuen Materialien, sozialen Zukunftsentwürfen und Designkunst.

 

Die Jahresausstellung des Direktorenhauses, „Radical Craft″, stellt 60 Gestalter und Kunsthandwerker vor, die zeigen, welche Bedeutung dem Kunsthandwerk heute in gesellschaftlichen Zukunftsentwürfen zukommt. In der modernisierten Warenwelt gibt es ja der Tendenz des Marktverlaufs nach keine statischen Güter mehr, sondern nur noch Besserungen – keine stabilen Qualitäten, sondern nur Überbietungs- und Steigerungswaren. Die Ausstellung „Radical Craft“ zeigt, wie zeitgenössisches Produktdesign dieser Spirale entkommt, indem es sich auf seine Ursprünge bezieht: auf die experimentellen Vorläufer in der konzeptionellen Kunst und im radikalen Kunsthandwerk. Diese Ansätze des Kritischen zeigen auf, wie wichtig die Qualität der Produkte, die wir jeden Tag nutzen, ist: sie stellt eine notwendige Bedingung für eine umfassende wirtschaftliche Wende dar, die letztlich eine kulturelle ist. 

 

 

 

Die Art und Weise wie wir Dinge produzieren und gleichzeitig konsumieren ist der Schlüssel zu einem technologischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Wandel. Angestoßen und vorangetrieben wird die Dynamik der Veränderung von Designern, Kunsthandwerkern und Manufakturen. Viele von ihnen arbeiten bereits heute nachhaltig und antizipieren die Zukunft.

 

Das Direktorenhaus zeigt in seiner Jahresausstellung, dass eine grundsätzliche Trennung zwischen den Designern und Kunsthandwerkern kaum existiert: Für die griechische Antike umfasste der Begriff der techné sowohl das handwerkliche Können wie auch die technische Findigkeit, meinte also ein Problemlösungsverhalten, das wir heute als Design begreifen. Der Unterschied zwischen Design und Handwerk liegt in der Denkweise, zwischen dem konservativen und dem innovatorischen Menschentypus. Beide, Designer und Handwerker, greifen in die Debatte um die Konsum und Wohlstandswende gestalterisch ein – mit den Mitteln sinnlich erlebbarer Produkte, deren Wert mit der Zeit nicht abnimmt, sondern der sich, aus ihrer eigenen Tiefe heraus, mit jedem Jahr steigert.

 

Die Ausstellung ist kuratiert von Pascal Johanssen.

 

Gezeigt werden Arbeiten von:
Studio Greiling, Lutz Könecke, Pia Wüstenberg, Jantje Almstedt, Papierwerk Glockenbach, Laura Görs, Nadine Goepfert, Sarah Pschorn, Anne Lengnink, Claudia Biehne, Hebach & Kloess, Timo Hoheisel, Kathrin Heubeck, Anne Achenbach, VAUST, Stefanie Mittmann, Volker Haug, Siba Sahabi, Doris Bank, Hanne Willmann, Aino Nebel, Agnes Nordenholz, Studio Gutedort, Philipp Weber, Petra Bittl, Jochen Holz, Elke Sada, Elisa Strozyk, Monika Debus, Juliane Schölß, Milena Kling, Alessa Joosten, Christian Haas, Studio Oink, Florian Milker, Antje Dienstbir, Olga Bielawska, Klemens Grund, Rike Bartels, Felicia Müllbaier, Kristina Rothe, Peter Vogel, Katrin Feulner, Lapatsch Unger, Matthias Scherzinger, Anne Petters, Zascho Petkow, Armin Kolb, Martin Holzapfel, Ute Beck, Claudia Schoemig, Pascal Hien, Tino Seubert, Maria Volokhova, Arwed Guderian, Bea Bühler, Martin Mestmacher, Barbara Butz, Carl Bens, Katharina Moch, Jonas Wansing, Markus Pollinger, Silke Janssen, Jan Christian Schulz, Sigrid Vollmer, Mario Albrecht, Aufgabe Null, Johanenlies, Simone Fezer, Anna Badur