Was geht hier vor?

Das Direktorenhaus

Das Direktorenhaus ist ein Ausstellungsort für Kunsthandwerker, Künstler und Designer in Berlin. Das Programm bildet die gegenwärtige Debatte über neue Strömungen der angewandten Künste ab und zeigt das Potential, das die Verbindung von Handwerk, Kunst und Design in sich trägt. Das Direktorenhaus ist das ehemalige Direktionsgebäude der Alten Münze. Der atmosphärische Ausstellungsort, direkt an der Spree gelegen mit hohen Altbauräumen und französischen Balkonen, ist ein Refugium, das von produktiver Konzentration geprägt ist. Am Direktorenhaus arbeiten jährlich 15 Fellows aus den Bereichen Design, freier Kunst, Craft, Social Design und Komposition. Das Direktorenhaus gibt ihnen die Möglichkeit, sich für ein Jahr auf die Weiterentwicklung ihrer Arbeit zu konzentrieren. Auf den Etagen des Hauses finden sich neben den Ausstellungsräumen Ateliers, Werkstätten und Studios. Die Ausstellungen machen vor allem eine ästhetische Qualität von Dingen erfahrbar, die heute kaum öffentlich zu sehen ist. Auch ihre politische Relevanz wird anschaulich: mehr und mehr Designprojekte des Direktorenhauses verlegen den Fokus von „Form und Funktion“ auf Methoden für die Lösung strategischer Fragen in Wirtschaft und Gesellschaft und die Entwicklung von Zukunftsszenarien. Als kultureller Think Tank verbindet das Direktorenhaus die materielle Gestaltungskompetenz von Kunst und Design mit Sensibilität und Interesse für politische Prozesse. Bei diesem Designansatz wechselt die Perspektive zwischen analytischem Denken und kreativem Erzeugen hin und her. Ein wichtiger Gedanke ist die gegenseitige Anregung. Während des Aufenthaltes unterstützen und inspirieren sich die Designer und Künstler (wie früher bei den Handwerksgilden) gegenseitig. Für die Grundidee des Direktorenhauses, ein gesellschaftlich interessiertes Design sichtbar zu machen, das das zivilgesellschaftliche, freiwillige Engagement aktiviert, bringt das Direktorenhaus die Fellows gezielt mit gemeinnützigen Organisationen in Kontakt, um gesellschaftswirksame Initiativen entstehen zu lassen. In Ausstellungen, Vorträgen, Publikationen und strategischer Öffentlichkeitsarbeit werden die Ergebnisse vorgestellt. Während es in der freien Kunst bereits eine historisch gewachsene Fördertradition gibt, etwa über Kulturstiftungen, die Bildende Künstler unterstützen, fehlt in Deutschland eine Spitzenförderung für Designer und Kunsthandwerker. Das Direktorenhaus wurde 2010 von Pascal Johanssen und Katja Kleiss gegründet, um diese Lücke zu füllen und einen Beitrag zur Zukunftsgestaltung der vernetzten Gesellschaft zu leisten.